Bereitgestellt von
Vera Lyko

Diese Folge handelt davon, wie man mit agilen Arbeitsmethoden die Gründungsaufgaben strukturieren kann: Übersicht, Fokus und Struktur für Gründerinnen.

Anonymes Tagebuch einer Gründerin – Folge 7

Über Struktur und Fokus und Pause

05.09.2020: Wieder mal am Schreibtisch.

Heute stand nochmal alles im Zeichen des Sortierens. Ich habe gefühlt eine ganze Packung DinA4 beschriebenes Kopierpapier mit Ideen, Kontakten, Inhaltsfetzen, Notizen etc. sortiert und abgeheftet, Papier-Trenner beschriftet, damit ich nochmal Klarheit über die Dinge bekomme. So eine Struktur haben wir auch nun digital eingeführt. Eine klare Ordnerstruktur, die Administratives von den verschiedenen Marken und deren Produkten trennt. Interessanter Weise ist mir durch das klare Sortieren oder eher das Sortieren-Wollen klar geworden, dass wir unsere Firmenstrukturen nochmals schärfen müssen. Welches Produkt gehört zu welcher Marke? Was bieten wir wo an? Brauchen wir mehr als eine Webseite für mehrere Produkte? Das haben wir direkt im nächsten Meeting ausdiskutiert und unseren (Aufmerksamkeits-)Fokus neu gesetzt. Ordnung in den Unterlagen (digital wie analog) schaffen hat also auch dazu geführt, dass wir Ordnung in unseren Köpfen und Klarheit über unsere Unternehmensstruktur geschaffen haben. Mrs. Kondo wäre stolz auf uns.

Agile Methoden im Gründerteam für Struktur und Fokus

Diese Woche haben wir uns dann auch ein digitales KanBan Board zugelegt… eine Art digitales Whiteboard, auf dem man Aufgaben sammeln und kategorisieren kann. Sehr empfehlenswert. Seitdem wir das haben, kann ich mit App/Handy und Webseite/PC direkt einen Überblick über alle Aktivitäten bekommen und erfassen, in welchem Status sie sind. Wir arbeiten mit den Gängigen „Offen – im Gange – erledigt“ Kategorien, haben aber noch eine hinzugefügt mit „Der große Parkplatz“, da kommt alles drauf, was wir machen wollen, irgendwann… aber nicht jetzt.

Sowieso, ist alles viel. Die Masse an Aktivitäten und Gedanken scheint mich manchmal zu ersäufen. Das Board hilft mir, das gefühlte „viel“ einzugrenzen. Was ich mit einem Blick erfassen kann, kann gar nicht so viel sein, sage ich mir.

Pause machen ist wichtig

Aber diese Woche war es tatsächlich mal zu viel. Ich brauchte Pause und habe sie mir auch genommen. Mit meiner Gründungspartnerin habe ich abgesprochen: „das mache ich noch und dann brauche ich mal Pause.“ Und das tolle war: Sie hat es sofort respektiert und sich auch darangehalten – keine SMS, keine Nachricht, keine Mail. Daran merke ich wirklich, dass wir miteinander gründen, miteinander im Respekt etwas aufbauen und keinen Raubbau betreiben an den Ressourcen, die wir jeweils einbringen. Eine weitere Maßnahme dazu ist, dass wir uns, wie im KanBan vorgesehen, eine (alle Bayern aufgepasst: ) Obergrenze für Aktivitäten gesetzt haben, auf die wir uns gleichzeitig in einer Kategorie konzentrieren wollen.

Also: nicht zu viel gleichzeitig anfangen und immer schön zu Ende bringen, bevor man was Neues anfängt. Und während ich so ins tun komme, merke ich auch, wie mein Fokus zurückkommt. Ich schaffe zwar gerne Struktur und räume Daten auf, allerdings ist etwas umsetzen und fertigstellen noch schöner 😊

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    Folge 7