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Janina Rüger

Mutig und Klug fragt Managerin Kerstin Riesch

Führung im Wandel

Über das Interview von Mutig und Klug mit Kerstin Riesch

Was tun Mädchen in Männerberufen?

Kerstin Riesch, heute Chefin der Berliner Stromnetze, machte eine Ausbildung, die sie als Mädchen in einen Männerberuf bringen sollte. Schon das mutet sonderbar an. Innerlich höre ich eine kleine Empörung: „Was sind denn bitte schön Männerberufe?“ Natürlich gibt es Berufe, die mehrheitlich von Männern oder von Frauen ausgeübt werden und es gibt ja auch heute Bestrebungen, diese für das jeweils andere Geschlecht attraktiver zu machen. Tja und die Sprache, die ändert sich nun mal.

Die Überlegung ist natürlich, wie es weitergeht, wenn nun ein „Mädchen“ in diesem „Männerberuf“ ist. Wo setzt man sie ein, wenn doch nur Männertoiletten da sind? Wenn die sanitäre Frage zum KO-Kriterium wird? Und dann ist die auch noch gut. Sie ist selbstbewusst, begabt und sie will mehr. Was machen dann die Namensgeber der „Männerberufe“? Fördern oder bremsen? Was macht das „Mädchen“? Welche Chancen hat sie?

Wie wichtig ist das „Sichtbar-werden“?

Im Fall von Kerstin Riesch sieht ihr Chef mehr in ihr und fördert sie, lässt sie machen. Sie bildet sich weiter. Ihre Projekte werden größer und größer. Immer wieder wird ihr langweilig und sie sucht nach der nächsten Herausforderung. Das kommuniziert sie und wird dann auch gefragt, wenn eine neue Besetzung ansteht.

Was kannst Du bewegen?

Wenn Riesch in ihrer Position Möglichkeiten sieht, strukturell etwas weiterzuentwickeln, dann tut sie das. Sie platziert Themen, die ihr wichtig sind. Sie initiiert Workshops wie „Führung, warum tue ich mir das an?“. Ihr Feld ist das Netzwerk Diverse Energy. Zunächst ein Netzwerk für Frauen, bis man offen darüber nachdachte, ob und für wen das nun diskriminierend sein könnte. Ein wichtiger Diskurs.

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