Bereitgestellt von
Janina Rüger

Wenn ich in ein mir unbekanntes Land reise, suche ich neugierig nach Erfahrungsberichten und Menschen, die schon dort waren. Wenn das Neuland meine eigene Firma ist, kann mir nichts Besseres passieren, als jemanden wie Elke Müller ausfragen zu dürfen: Unternehmensgründerin, Chefin, Vorbildunternehmerin und eine wunderbare Gesprächspartnerin.
Ich freue mich ja sowas von auf dieses Gespräch.

Mutig und Klug fragt Unternehmerin Elke Müller

 

Frauen können mehr als Hobbygründungen – Elke Müller

„Frauen können mehr als Hobbygründungen“ sagt Elke Müller, Geschäftsführerin von Compass International. „Ja, klar“, möchte ich antworten. Aber ich weiß, dass viel weniger Frauen gründen als Männer. Dass ihre Visionen „vernünftiger“, das heißt kleiner sind. Es ist das Gefühl, dass sich immer einstellt, wenn jemand etwas sagt, das so einleuchtend erscheint, aber trotzdem nicht Normalität ist. Etwas wie: „Natürlich kann eine Frau einen DAX-Konzern leiten.“ Kann sie. Wir haben immerhin auch seit Jahren (Stand 2019) eine Bundeskanzlerin. Aber es ist eben seltener. Elke Müller, die ich heute kennenlerne, ist erfolgreich, hat ihre eigene Firma, hat Mitarbeiter und ist außerdem ein unglaublich inspirierendes Role-Model.

3 Schlagworte für junge Gründerinnen

“Selbstbewusstsein, Mut und Tun”, nennt Elke Müller, wenn sie aufgefordert wird, drei Schlagworte für junge Gründerinnen zu nennen, die unentbehrlich sind. “Keiner, der sich selbstständig gemacht hat, weiß, wo die Reise hingeht.” Vor allem junge Frauen finden sehr viele Gründe, sich nicht selbstständig zu machen – daher ist “tun” wichtig. Das Zitat “Frauen können mehr als Hobbygründungen” sei im Kontext zu sehen, dass vor allem viele Frauen Ausreden finden, die sie davon abhalten, große Schritte nach vorne zu machen. Gegen klein Anfangen und langsam wachsen, hat Elke Müller nichts. Allerdings Sätze, wie “Ich möchte gar nicht so viel verdienen”, signalisieren ihr eher, dass es eventuell am Selbstbewusstsein liegt. Also: Frauen, traut euch!

 5 Tipps für junge Gründerinnen für den Anfang

Elke Müller berichtet aus ihrer Anfangszeit. Das, was ihr geholfen hat, war:

  • Konkurrenz besuchen und deren Angebot scannen
  • nicht direkt den größten Kunden suchen: eher mal beim Klein- und Mittelständigen Unternehmen anfangen 
  • Kunden auswählen mit der Frage: “Welcher Kunde passt zu meiner eigenen Stufe der Entwicklung?”
  • Wenn es zum Auftrag kommt: gute Qualität abliefern.
  • In kleinen Schritten anfangen und mit jedem Auftrag lernen.

Wie gehe ich mit unternehmerischen Wissenslücken um?

“Die Wissenslücken bleiben”, sagt Müller. Ihr Weg war es, sich am Anfang für einige Themen Hilfe zu holen.

Bei einigen Themen, so Müller, lohnt es sich, Geld in die Hand zu nehmen. Netzwerk ist wichtig: wer hat Erfahrung in deinem Umfeld? Wer hat das schon x Mal gemacht? Wer stellt mir vielleicht auch nicht gleiche eine Rechnung, wenn ich ihm/ihr Fragen stelle? Auf der einen Seite braucht man ein professionelles Netzwerk, mit guten Dienstleistern, und auf der anderen Seite ein kollegiales Netzwerk.

Vieles braucht man auch spontan, das heißt, die eigene Einarbeitung dauert eventuell zu lange.

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