Katharina Wolff (STRIVE Magazin) im Gespräch mit Vera Lyko, Podcastaufnahme „Mutig und Klug fragt“.

S06-E02 STRIVE Herausgeberin Katharina Wolff

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Vera Lyko

Vera begleitet als systemische Coach und Business-Strategin Gründer:innen vor und während ihrer Existenzgründung. Sie ist seit 10 Jahren Projektmanagerin in der Automobilbranche - von der Fahrzeugentwicklung bis zum Vertrieb.

Katharina Wolff gründete STRIVE, weil sie ein Wirtschaftsmagazin für Frauen vermisste. Im Gespräch mit Vera Lyko erzählt sie, warum Print lebendig bleibt, wie KI Prozesse verändert und warum Sichtbarkeit Macht bedeutet. Ein Gespräch über Mut, Leadership und die Kraft, den eigenen Instinkten zu folgen.

Was für ein Energiebündel ist denn bitte diese Frau? Katharina Wolff gibt uns die Ehre, mit voller Power und vielen Geschichten. Sie erzählt uns von ihrem Alltag als Herausgeberin der STRIVE. Mal wieder eine Geschichte von einer Frau, die es selbst besser machen wollte, die ihren eigenen Instinkten vertraut und sich ein Netzwerk aufbaut, mit dem sie ihre Ziele erreicht.

Print lebt – auch im KI-Zeitalter

„Ich glaube, Print war nie weg“, sagt Katharina Wolff gleich zu Beginn. Für sie ist klar: Während Nachrichten und schnelle Updates längst digital konsumiert werden, bleibt das gedruckte Magazin ein Ort der Tiefe, des Nachdenkens, ein Coffee-Table-Book, das man auch noch nach Jahren gerne aufschlägt. Genau das will STRIVE leisten – nicht Tagesaktualität, sondern zeitlose Relevanz. Und Katharina ergänzt: „Wenn du in Ruhe etwas konsumieren willst, dann willst du vielleicht mal nicht vor dem Handy sitzen, sondern ein analoges Produkt in den Händen halten.“

Der Start von STRIVE – Gegen alle Widerstände

Die Gründung von STRIVE war kein Business-Plan, sondern eine Mischung aus Mut und klarer Intuition. „Ich habe immer gesagt, ich würde so gerne ein Wirtschaftsmagazin lesen, das auch für mich als Frau geschrieben ist. Aber ich wurde nie angesprochen, es war immer auf Männer ausgerichtet.“ Als Katharina 2020 in der Pandemie erstmals Luft hatte, ihre Ideen wirklich umzusetzen, wagte sie den Schritt. Doch viele Verlage winkten ab: „Mit Frauen in der Wirtschaft kann man kein Geld verdienen“, bekam sie zu hören. Oder: „Nach drei Heften haben Sie doch alle wichtigen Frauen in Deutschland gezeigt.“ Katharina dachte nur: „Okay, alles klar, dann machen wir es eben selbst.“ Heute ist STRIVE mehr als ein Magazin – es ist ein Verlag, ein Netzwerk und eine Bewegung.

Mutig aus der Festanstellung – und nie zurückgeblickt

Schon ihre erste Festanstellung dauerte nur wenige Wochen. „Dann fiel der berühmte Satz: ‚Das haben wir schon immer so gemacht.‘ Und ich habe gesagt: super, aber bitte dann ohne mich.“ Mit 26 gründete sie ihre eigene Personalberatung. Für viele galt das als extrem mutig, für sie war es einfach logisch. „Manchmal ist Mut auch nur Naivität – aber ohne die geht es nicht.“

Leadership und Bauchgefühl

Heute ist Katharina Arbeitgeberin und weiß: Ideen kommen nicht nur von ihr. „Fast alle guten Dinge in meinem Unternehmen sind durch externe, also Kund:innen oder Mitarbeitende gekommen.“ Gleichzeitig hat sie gelernt, auf ihr eigenes Gefühl zu vertrauen: „Daten schlagen immer alles, aber mein Bauchgefühl schlägt das Bauchgefühl meiner Mitarbeitenden.“

Sichtbarkeit als Machtfaktor

STRIVE ist mehr als eine Zeitschrift. Es ist eine Plattform, die Frauen sichtbar macht. „Frauen müssen nach Macht streben, auch wenn das ein Wort ist, das viele nicht mögen. Macht heißt Einfluss. Und wir geben Frauen durch Sichtbarkeit eine Form von Macht.“ Dabei denkt Katharina bewusst über den DAX hinaus: Mittelstand, Startups und Gründerinnen prägen die Wirtschaft ebenso wie die großen Konzerne. STRIVE zeigt diese Geschichten – und eröffnet damit Räume, in denen Speakerinnen, Unternehmerinnen und Führungskräfte ins Rampenlicht treten können.

Künstliche Intelligenz – Handlanger oder Chance?

Katharina nennt ChatGPT liebevoll „Chatty“. Schon heute automatisiert STRIVE viele Prozesse, von Transkriptionen bis zur Social-Media-Post-Erstellung. „Aktuell ersetzt KI nur händische Arbeit, aber noch nicht Intellekt.“ Gleichzeitig ist ihr klar: Wer sich nicht entwickelt, verliert. „Meine Social-Media-Managerin weiß, in einem halben Jahr wird sie den Job, den sie heute hat, so nicht mehr haben. Wer sich nicht mitentwickelt, hat keinen Platz.“

Events, Erlebnisse und Netzwerke

Nach Corona zählt für Katharina vor allem eines: echte Begegnungen. STRIVE-Events, Cover-Release-Partys oder die STRIVE Awards sind regelmäßig ausverkauft. „Die Zukunft liegt da, wo du echte, gute Begegnungen bekommst.“ Deshalb entstand auch das „Powerhouse“-Netzwerk – eine Art Concierge-Service für Business Needs. Katharina nennt es ihre „Karma Bank“: Wer hilft, zahlt ein; wer Unterstützung braucht, hebt ab.

Leadership Lab – Frauen stärken

Ursprünglich als „Becoming CEO“ gestartet, heißt das Weiterbildungsprogramm von STRIVE heute Leadership Lab. Der Name musste sich ändern, weil Unternehmen und Teilnehmerinnen Vorbehalte hatten. „Leider haben wir gemerkt, dass schon allein ein Titel Türen schließt. Aber das Programm ist das gleiche geblieben – praxisnah, relevant, empowernd.“

Herausforderungen und Rückschläge

Katharina erzählt offen von Absagen großer Anzeigenkunden, von Rückschritten in der Gleichstellung und vom täglichen Kampf mit der Logistikbranche. Doch sie lässt sich nicht entmutigen: „Mein Job ist, einmal zurücksetzen, wieder Anlauf nehmen und wieder ab zur Wand.“

Persönlicher Erfolg ohne Plateau

Auf die Frage, was Erfolg für sie bedeutet, sagt sie: „Erfolg ist höchst individuell. Für mich gibt es kein Plateau, immer nur weiter. Ich bin nicht erfolgreich, sondern ich bin gerade da, wo ich bin – und ich möchte Produkte, Frauen und Ideen erfolgreich machen.“

Fazit
Das Gespräch mit Katharina Wolff zeigt eine Frau, die mit Mut, Klarheit und Energie eine Branche herausfordert. Sie beweist: Print lebt, Sichtbarkeit ist Macht, und wer sich weiterentwickelt, wird auch in Zeiten von KI bestehen.

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