Sabrina Hanner, Geschäftsführerin der Bayernwerk Akademie, ist in einem iPod Display zu sehen. Im Hintergrund sind die Podcast-Hosts Janina Rüger-Aamot und Vera Lyko zu sehen.

S06-E09 Sabrina Hanner – Geschäftsführerin der Bayernwerk Akademie

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Vera Lyko

Vera begleitet als systemische Coach und Business-Strategin Gründer:innen vor, während und nach ihrer Existenzgründung.

Sie hat über 10 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche - von der Fahrzeugentwicklung bis zu IT Produktmanagement im eCommerce.
Mit Janina entwickelt sie unter den Marken econoyou und Gründet gemeinsam! Simulations- und Kartenspiele rund um Gründung und Unternehmensnachfolge.

Sabrina Hanner, Co-CEO der Bayernwerk Akademie, verbindet juristische Klarheit mit Bildungsvision. Im Gespräch erklärt sie, warum die Energiewende ein Bildungsprojekt ist, wie berufsbegleitende Weiterbildung gelingt und weshalb offiziell anerkannte Abschlüsse strategisch klug sind.

Weiterbildung neu gedacht.

Sabrina Hanner hat einen ungewöhnlichen Lebenslauf. Alleine das hat mich neugierig auf die Juristin gemacht, die an der Spitze einer Bildungsakademie für nachhaltige Ausbildung steht. „Die Pioniere von Morgen ausbilden“ ist eine wunderbare Aufgabe, die wichtiger nicht sein könnte. Man merkt Sabrina an, dass sie ihre Position gefunden hat, mit der sie wirken kann.

Wie wird aus einer Juristin eine Gestalterin von Bildung und Energiewende?

Sabrina Hanner hat Jura studiert, beide Staatsexamina abgeschlossen und zunächst klassisch als Juristin gearbeitet, unter anderem im E.ON-Konzern. Der juristische Hintergrund prägt sie bis heute. „Jura schult ja schon ein gewisses analytisches Denken und auch strukturiert zu arbeiten oder ich würde mal sagen komplexe Sachverhalte schnell auf den Punkt zu bringen.“ Diese Klarheit ist spürbar.

Gleichzeitig war da früh der Wunsch, nicht nur zu prüfen, sondern zu gestalten. „Ich wollte raus aus der Betrachtung von Problemen rein in die Gestaltung von Lösungen.“ Dieser Satz ist mehr als eine berufliche Entscheidung – er ist eine Haltung. Als die Bayernwerk Akademie als eigenständige GmbH gegründet wurde, war sie von Beginn an beteiligt. Von der strategischen Idee bis zur heutigen Co-CEO-Rolle hat sie den Aufbau mitverantwortet. Bildung ist für sie kein Verwaltungsakt, sondern ein Instrument, um Strukturen nachhaltig zu verändern.

Warum ist die Energiewende nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein Bildungsprojekt?

Im Gespräch verschiebt Sabrina Hanner bewusst den Fokus. Viele sprechen bei der Energiewende über Netze, Technik und Digitalisierung. Sie ergänzt eine andere Perspektive: „Die Energiewende ist meines Erachtens nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein Bildungsprojekt.“

Ohne qualifizierte Fachkräfte bleibt jede Infrastruktur unvollständig. Deshalb versteht sich die Bayernwerk Akademie nicht nur als interne Weiterbildungsplattform, sondern als eigenständiger Marktakteur. Sie qualifiziert interne Mitarbeitende, Partnerunternehmen, Stadtwerke und Akteurinnen und Akteure außerhalb der klassischen Energiebranche. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt.

„Der Mensch ist unser wichtigstes Kapital. Punkt.“

Weiterbildung ist für sie „absolut kein Kostenfaktor, sondern ein Wertfaktor.“ In einer Branche, die vor enormen Transformationsaufgaben steht, bedeutet das: Wer in Kompetenzen investiert, investiert in Zukunftsfähigkeit.

Wie können offiziell anerkannte Abschlüsse Unternehmen strategisch stärken?

Eine zentrale Entscheidung der Akademie war es, auf offiziell anerkannte Abschlüsse zu setzen – in Kooperation mit IHK und Hochschule. Damit wird Mobilität ermöglicht statt verhindert.

Sabrina Hanner formuliert es klar: „Ich würde nicht sagen, dass Bildung ein Hemmnis dafür sein sollte, dass man jemanden im Unternehmen klammern möchte.“ Lieber habe sie „jemanden top-qualifizierten, der mit einem klasse Abschluss das Unternehmen verlässt, aber dann auch ein gewisser Promotor ist im nächsten Unternehmen“.

Das ist eine Führungsentscheidung. Bildung wird nicht als Bindungsinstrument genutzt, sondern als Beitrag zur Stärkung einer gesamten Branche. Gerade für junge Frauen in technischen oder handwerklichen Berufen ist diese Haltung relevant: Qualifikation erweitert Optionen. Sie begrenzt sie nicht.

Wie gelingt berufsbegleitende Weiterbildung in der Energiewirtschaft ohne Karrierebruch?

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Vereinbarkeit von Weiterbildung und Beruf. Statt klassischer Studienstrukturen hat die Akademie ein zertifikatsbasiertes System entwickelt. Module können einzeln belegt und flexibel kombiniert werden.

„Wir wollten Produkte schaffen, wo man weiterhin komplett berufstätig sein kann und es kein ist entweder oder.“

Abendliche Online-Einheiten, Wochenendmodule und modulare Strukturen ermöglichen Lernen neben dem Job. Dabei geht es nicht nur um Organisation, sondern um Haltung. „Lernen muss ein Begleiter sein und es darf kein Belastungsfaktor sein.“ Lebenslanges Lernen bedeutet hier nicht Druck, sondern Integration in unterschiedliche Lebensphasen – von Ausbildung über Meister bis hin zu Bachelor und Master. Durchlässigkeit ist gewollt.

Wie geht man als Führungskraft mit Skepsis und Veränderungsdruck um?

Wer neue Strukturen schafft, erzeugt Reibung. Sabrina Hanner spricht offen über Skepsis – intern wie extern. Veränderung bedeutet Unsicherheit. Ihre Haltung dazu ist eindeutig: „Begeisterung ist schön, aber echter Erfolg zeigt sich dann, wenn sich Skepsis in Vertrauen wandelt.“ Kritik ist für sie kein Störfaktor, sondern ein Echo. Frühzeitiger Dialog und Transparenz sind entscheidend. Gleichzeitig bleibt die Vision klar: Stabilisierung nach der Startphase, strategische Positionierung als Marktakteur und die Schaffung flexibler Lernangebote für eine komplexe Energiewelt.

„Die Energiewende ist viel zu komplex, um sie mit homogener Expertise zu stemmen.“

Vielfalt, unterschiedliche Qualifikationswege und neue Lernformate sind für sie kein Zusatz, sondern Voraussetzung.

Woran möchte sich Sabrina Hanner als Co-CEO messen lassen?

Am Ende des Gesprächs geht es um persönliche Verantwortung. Als Juristin stehe sie für Klarheit und Integrität. Als Geschäftsführerin für strategische Wirkung. Und als Impulsgeberin möchte sie Menschen inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wenn sie in die Zukunft blickt, wünscht sie sich, dass die Bayernwerk Akademie als Ort wahrgenommen wird, „an dem Zukunft systematisch entsteht“. Ein Ort, der Standards setzt – in Qualität, Didaktik und Haltung.

Das vollständige Gespräch mit Sabrina Hanner eröffnet noch mehr Einblicke in die Verbindung von Bildung, Führung und Energiewende. Wer verstehen möchte, wie strategische Klarheit und persönliche Überzeugung zusammenwirken können, sollte diese Folge von „Mutig und Klug fragt“ unbedingt hören.

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