#18 Wie Kaltakquise nicht geht!

Hier veröffentlichen wir kurze Tagebucheinträge von Gründerinnen, die aus Ihrem Gründungsalltag erzählen. Wenn auch Du einen Eintrag einreichen möchtest, schreib uns gerne über unser Kontaktformular.

Meinen die das ernst? Oder: Wie Kaltakquise nicht geht!

Gerade versinke ich in Arbeit. Und es fühlt sich an wie als Kind das Sich-Fallen- und Versinken-Lassen und Schwimmen und Toben im Bällebad. Es ist toll, es ist intensiv, es macht einfach Spaß. Gemeinsam mit meiner Partnerin entwickeln wir Formate, arbeiten mit Kunden, sammeln Erfahrungen, experimentieren, lernen, gestalten und genießen unser Unternehmertum mit all seinen Facetten.

Das Unternehmerleben hält so viele Überraschungen bereit. Und manchmal eben auch sehr surreale …

Zwischen einem Auftrag und der Vorbereitung des nächsten erreicht mich ein Anruf einer Firma namens Sales by Women. Es ruft mich an – ein Mann. Aber gut, keine Vorurteile.

Doch von vorn:

Vor gar nicht allzu langer Zeit finde ich in meinem Briefkasten eine Hochglanzbroschüre eben jener Firma, die von den Erfolgen und den großartigen Mitarbeitern dieser Firma erzählt. Wenig später der erste Anruf, ob ich das Material bekommen habe.

„Ja, aber ich habe es noch nicht angesehen.“ – „Dürfen wir wieder anrufen, wenn Sie Zeit dazu hatten?“ – „Aber gern.“ (Ich bin gern ein höflicher Mensch.)

Einige Tage später kommt eine SMS, die ich hier wörtlich zitieren möchte (die Namen werde ich jedoch ändern):

„Hallo Julia,

Peter hier – mein Assistent wird dich in 2 Stunden anrufen, um unsere Beratungssession vorzubesprechen.

Das wird ungefähr 15 Minuten dauern. Er wird dich auf dieser Nummer hier anrufen. Sei deshalb gleich bitte unbedingt telefonisch erreichbar.

Wir haben bereits eine gute Idee, was in deiner Situation funktionieren kann…

Viele Grüße und bis gleich

Dein Sales by Women Team!”

Ich muss erstmal laut lachen. Das muss eine Verwechslung sein oder meinen die das tatsächlich ernst? Nach einer leicht ironischen Antwort meinerseits, in der ich diese Beratungssession ablehne, hake ich das für mich ab.

Doch immer wieder erscheint die gleiche Nummer im Display verpasster Anrufe. Irgendwann denke ich mir: „Okay, die haben ja echt Energie. Dann erkläre ich denen eben nochmal kurz, dass ich kein Interesse habe. Und vielleicht noch, dass man, wenn man potenziellen Kunden etwas auf ihre Situation Maßgeschneidertes verspricht, doch zumindest eine Grundahnung besagter Situation haben sollte.“ Gedacht und den nächsten Anruf entgegengenommen.

In den folgenden knapp drei Minuten hält mir der Herr von dieser Firma vor, dass ich einen angeforderten Termin nicht eingehalten hätte und sie ja NIEMALS einen Termin ohne meinen Wunsch belegt hätten und überhaupt was das heißen solle, dass ich sie nicht brauche. Und ich solle die besagte Nachricht vorlesen.

  • Er redet sich ein wenig in Rage.

Wie gesagt, bin ich gern ein höflicher Mensch. Doch nachdem mehrere Versuche scheitern, dieses absurde Gespräch zu beenden, lege ich einfach auf.

Dann muss ich wieder laut lachen und frage mich: „Meinen die das ernst?“

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